Warum Sprache?

Warum haben wir uns dem Thema „sprachliche Entwicklung“ angenommen?

Sprache gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten, die Kinder im Laufe ihrer Entwicklung erwerben. Sie ermöglicht ihnen nicht nur, mit anderen Menschen zu kommunizieren, sondern auch eigene Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken. Treten in diesem Bereich Schwierigkeiten auf, kann dies den Alltag der Kinder erheblich beeinflussen – beispielsweise dann, wenn sie ihre Wünsche nicht mitteilen können oder von gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen werden. Sprache ist daher weit mehr als ein Mittel der Verständigung; sie bildet eine zentrale Grundlage für soziale Teilhabe, persönliche Entwicklung und Bildungserfolg (Bildungsberichterstattung 2024, 347).

Der Spracherwerb ist ein komplexer Prozess, der eng mit anderen Entwicklungsbereichen verbunden ist und diese zugleich beeinflusst. Sprache dient nicht nur der Kommunikation, sondern unterstützt auch die kognitive und emotionale Selbststeuerung (Jungmann & Albers 2013, 29). Besonders im Bildungssystem zeigt sich, dass sprachliche Kompetenzen eng mit späterem Lernerfolg zusammenhängen. Kinder, die bereits beim Schuleintritt sprachliche Defizite aufweisen, haben häufig Schwierigkeiten, diesen Rückstand wieder aufzuholen (Kraus 2005, 109).Die sprachliche Entwicklung in der frühen Kindheit bildet somit eine wesentliche Grundlage für die weitere Bildungsbiografie.

Der Erwerb der Sprache gilt als eine der bedeutendsten Entwicklungsaufgaben in der Kindheit (Alt & Prochnow 2024, 11). Dazu gehören der Aufbau von Wortschatz und grammatikalischen Strukturen sowie die Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten. Wie sich diese Bereiche entfalten, hängt maßgeblich von den sprachlichen Anregungen und Interaktionen im sozialen Umfeld ab. Da Sprachentwicklung individuell sehr unterschiedlich verläuft (Albers 2015, 34), kommt pädagogischen Fachkräften, Eltern und weiteren Bezugspersonen eine besondere Bedeutung zu. Durch gezielte Gespräche, gemeinsame Aktivitäten und unterstützende Dialoge können sie den Spracherwerb nachhaltig fördern.

Kurz gesagt: Unser Anliegen ist es, Kindern durch unsere Spiele vielfältige Möglichkeiten zu geben, Sprache aktiv zu erleben, auszuprobieren und im gemeinsamen Handeln anzuwenden. Dabei stehen Freude an Kommunikation, gemeinsames Lernen und die Stärkung sprachlicher Kompetenzen im Mittelpunkt. Sprache schafft die Grundlage dafür, Beziehungen aufzubauen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und sich selbst wirksam ausdrücken zu können.

Quellen:

  • Alt, K., Prochnow, A. (2024): Kinder entdecken Sprache. Sprachentwicklung, Sprachbildung und Sprachförderung in der Kita. 1. Auflage. Stuttgart: Kohlhammer GmbH. 
  • Albers, T. (2015): Das Bilderbuch-Buch: Sprache, Kreativität und Emotionen in der Kita fördern. Weinheim und Basel: Beltz Verlag. 
  • Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung (2024): Bildung in Deutschland 2024. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu beruflicher Bildung. Bielefeld: wbv Media GmbH & Co. 
  • Jungmann, T., Albers, T. (2013): Frühe sprachliche Bildung und Förderung. München: Ernst Reinhardt GmbH & Co KG. 
  • Kraus, K. (2005): Dialogisches Lesen: neue Wege der Sprachförderung in Kindergarten und Familie. In: Roux, S. (Hrsg.): PISA und die Folgen: Sprache und Sprachförderung im Kindergarten. Landau: Verl. Empirische Pädagogik.

Schlagwörter

Bewegungskontrolle (14) Gefühlsregulation (11) Grobmotorik (10) Konzentration und Aufmerksamkeit (10) Körperkoordination (11) Räumliche Orientierung (10) Sensorische Wahrnehmung (10) Sprachverständnis (16) Wortschatz – expressiv (16) Wortschatz – rezeptiv (18)


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