Mini-Detektive (Sprache)

Alter: 4-7

Mitspieler*innen: 3-6

Spieldauer: 15-20 Minuten

Material: Karten mit Aufträgen

Spielbeschreibung

Die Spielleitung liest ein oder zwei kurze Sätze vor, die eine außergewöhnliche Szene beschreibt bzw. beschreiben. Z.B.: „Ein Eisbär sitzt in Deinem Kühlschrank.“ Die Frage für die Kinder lautet nun, wie es dazu gekommen ist. Sie sollen aufzeigen, wenn sie auf eine Lösung gekommen sind; kann ein Kind plausibel – in Rückbezug auf die Grundinformation des Satzes bzw. der Sätze – erklären, warum das Geschehen zustand kam, bekommen die Kinder Detektiv-Büro-Punkte. Dabei können sie selbst bewerten, wie gut ihnen der Lösungsvorschlag gefallen hat (von 1 [okay] bis 3 [sehr gut]). Ziel des Spiels ist es, bei fünf Detektivgeschichten möglichst viele Punkte zu bekommen.

Szenarien:

Bei eurer Nachbarin wird jeden Tag nur noch Spaghetti gegessen.Im Zoo streiken alle Tiere, obwohl sie genug zu essen haben.Vor dem Kindergarten fliegt ein Piratenschiff herum.
In einem Supermarkt in der Nähe wird Luft in Flaschen verkauft.Auf dem Weihnachtsmarkt trinken ganz viele Leute kalte Getränke.Ein Zauberer kann plötzlich nicht mehr zaubern.
Die Kinder wollen plötzlich an Ostern Fasching feiern.
Der Bürgermeister kommt in die Kita, um die Kinder zu besuchen.Plötzlich sind alle Schatten verschwunden.
Der Mond leuchtet nicht mehr.Die Erde spricht plötzlich mit den Menschen und sagt, dass sie sich manchmal langweilt.In einer Bank wird morgens der Safe leer vorgefunden; aber es finden sich keine Spuren von einem Banküberfall.

Vereinfachung

Das Spiel passt sich in gewisser Hinsicht den Fähigkeiten der Kinder an; ihr Entwicklungsstadium entscheidet über die Kreativität der Lösungen für die „Detektivfälle“.

Erweiterung

Wenn die Kinder größer sind, können sie sich selbst ungewöhnliche Szenarien ausdenken.

SprachförderbereichFörderungKurzbegründung
Wortschatz – rezeptivIm Zentrum des Spiels steht nicht die Aufnahme neuer Wörter.
Wortschatz – expressiv+Kinder müssen erklären, wie der Fall am besten gelöst werden kann. Dazu müssen sie auf bekannte Wörter zurückgreifen, die unter Umständen auch ungewöhnlicher sind.
Sprachverständnis++Kinder können mit komplexen Erzähleinheiten konfrontiert werden.
Kohärenz (logischer Zusammenhang)++Es können durchaus komplexe Erzählkonstruktionen entstehen.
Kohäsion (sprachliche Verknüpfung)++Damit eine sinnvolle Geschichte entsteht, muss diese an der Fallbeschreibung ansetzen („weil“, „deswegen“, …).
Grammatik – Syntax+Die erzählende Person muss sinnvolle, vollständige Sätze produzieren, auch wenn dies nicht das Hauptziel des Spiels ist.
Grammatik – Morphologie+Nutzung korrekter Artikel und Pluralformen für die Erklärung
PragmatikIm Spiel ist kein Schwerpunkt auf die Pragmatik angelegt.
Narrative Kompetenz++Man darf etwas erzählen und muss durch die Schlüssigkeit der Geschichte überzeugen.
Phonologische BewusstheitDie Einübung steht nicht im Mittelpunkt der Aufgabe.
ArtikulationEs geht nicht explizit um Lautbildungsförderung.
Early LiteracyEs werden keine intensiven Vorerfahrung für spätere Lese- und Schreibversuche gemacht.



2 Antworten zu „Mini-Detektive (Sprache)“

  1. Avatar von Sabrina
    Sabrina

    ich glaube dieses Spiel macht viel Spaß, aber es sollte vielleicht umbenannt werden, denn Detektive verfolgen Spuren, um Zusammenhänge zu verstehen. Hier jedoch werden Geschichten erfunden, sofern ich die Anweisungen richtig verstanden habe. Wichtig finde ich vorab mit den Kindern Bewertungskategorien/-regeln festzulegen, damit die Bewertung plausibel und gerecht bleibt. Wichtig ist es hierbei inklusiv zu denken, um alen Kindern Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Vielleicht kann man auch einfach auf Punktevergabe verzichten? Wäre es nicht schöner, entspannter und für das Gemeinschaftsgefühl wertvoller, wenn es nicht um Sieger und Verlierer ginge, sondern um die vielen lustigen, spannenden, kreativen Ideen und das gemeinsame Wertschätzen der Vielfalt?

    Es geht doch darum Kunder zu ermutigen und zu stärken. Angst, Stress und Beschämung sollten unbedingt vermieden werden!

    Ich glaube 10 Minuten genügen nicht. Jedenfalls nicht, sofern das Spiel Begeisterung erzeugt – und gebau das wollen wir für die Sprachförderung.

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    1. Avatar von clemensschuetzhold
      clemensschuetzhold

      Ich bin auf den Titel gekommen, weil ich dachte, dass Detektive/Detektivinnen auch den Auftrag haben, Tathergänge (sozusagen die Vorgeschichte) zu rekonstruieren. Aber natürlich kann ich den Einwand verstehen. Eine Alternative könnte sein, das Spiel „Wie ist es passiert?“ zu nennen.
      Bewertungskategorien im Vorhinein festzulegen ist ein guter Gedanke, aber es wäre sicherlich schwer, das definitorisch einzugrenzen. Unter Umständen kann man einfach sagen, dass es möglichst überraschend oder lustig sein soll. Aber ich bin mir nicht sicher, inwieweit man die Kinder dann nicht überfordert. *grübel*

      Man kann auch versuchen, auf Punktebewertungen generell zu verzichten. Es wäre interessant zu sehen, wie sich die Charakter der Erzählungen sich dadurch verändert. Es mag auch genügen, wenn die Kinder einfach Spaß beim Erzählen haben.
      Die 10 Minuten sind tatsächlich ein bisschen kurz. Ich werde die Zahl später nach oben korrigieren. 🙂

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Bewegungskontrolle (14) Gefühlsregulation (11) Grobmotorik (10) Konzentration und Aufmerksamkeit (10) Körperkoordination (11) Räumliche Orientierung (10) Sensorische Wahrnehmung (10) Sprachverständnis (16) Wortschatz – expressiv (16) Wortschatz – rezeptiv (18)


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